Gay Hochzeit in der Schweiz – 8 Tipps für die Planung

Zwei Menschen, die sich lieben und ihre Liebe mit der Ziviltrauung auch vor dem Gesetz offiziell machen wollen: Es gibt nicht schöneres, als wenn man sein passendes Gegenstück gefunden hat, seinen Seelenpartner. Dabei spielen Alter, Geschlecht, Religion und andere Dinge keine Rolle. Seit kurzer Zeit ist es in der Schweiz möglich, dass gleichgeschlechtliche Partner per Ziviltrauung heiraten dürfen. Dies ist ein grosser und wichtiger Schritt in Richtung Gleichberechtigung und sollte dementsprechend gefeiert werden. 

Damit auch eure Gay Hochzeit gelingt, habe ich als Hochzeitsfotografin einige Tipps für euch.

1. Auf die Planung kommt es an

Auch, wenn Romantik mitunter einer der Hauptgründe für eine Hochzeit sein mag, gilt dennoch die Devise: Egal, wer heiratet, der Stress ist vorprogrammiert. Denn es müssen nicht nur einfache Fragen wie “Wann heiraten wir?” oder “Wen laden wir ein?” geklärt werden. 

Neben dem Termin ist auch der Ort von Bedeutung. Ist es beispielsweise für euch relevant, dass die Ziviltrauung an der Location stattfinden kann oder wird für die anstehende Feier ein Restaurantl benötigt? Wie soll die Dekoration aussehen? Muss die Menükarte gedruckt sein? Wer bestellt das Blumenbouquet? 

Macht euch eine Liste und schreibt alle relevanten Punkte auf, die euch einfallen. Beginnt rechtzeitig damit, folgende Fragen zu besprechen und zu klären:

  • Wann wollt ihr heiraten?
  • Wo in der Schweiz soll die Trauung stattfinden?
  • Wie üppig wird die Feier?
  • In welchem Stil findet das Event statt?
  • Wer wird eingeladen?

Es gibt eine Vielzahl sehr schöner Ort in der Schweiz, welche sich für euer Vorhaben eignen. Allerdings ist es schwierig, dort kurzfristig einen Termin zu bekommen. Teilweise müsst ihr 12 Monate im Voraus buchen. Vergesst auch nicht das Ehevorbereitungsgespräch. Dieses benötigt ihr für die Ziviltrauung. Die Dokumente sind aber nur wenige Monate gültig. Laufen sie ab, müsst ihr den kompletten Prozess noch einmal durchlaufen.

Oft ist es hilfreich, einen Hochzeitsplaner zu engagieren, welcher euch tatkräftig bei der Planung eures grossen Tages unterstützt und viel von dem Druck und Stress nimmt. Einige Hotels haben sich übrigens spezialisiert und für genau jenen Zweck spezielle Teams von Mitarbeitern zusammengestellt.

Auch ich als Hochzeitsfotografin bin oft über Monate hinweg ausgebucht. Wenn ihr mich zu einem bestimmten Termin engagieren wollt, solltet ihr deswegen rechtzeitig vorher eurem Termin reservieren.

2. Sagt altem Denken ade

Es gibt leider immer noch Menschen, welche sich nicht mit dem Gedanken an eine Gay- bzw. LGBTIQ-Hochzeit anfreunden können. Wie immer im Leben gilt auch hier: Ihr werdet es nicht jedem recht machen können. Vergesst nie, dass es euer Leben und eure Trauung ist. Auch wenn es Absagen von Veranstaltungsorten, Caterern oder auch vonseiten der Familie geben könnte, macht weiter. Lasst euch davon nicht die Vorfreude trüben und erspart euch jeglichen Ärger.

Es bleibt euch überlassen, ob ihr traditionell heiratet oder eigene Wege geht. Bei der Ziviltrauung werdet ihr aufgrund gesetzlicher Vorgaben nicht auf Trauzeugen verzichten können. Aber wer sagt, dass nur Frauen Brautjungfern haben dürfen? Seid kreativ! Es ist eure Eheschliessung. Und die darf durchaus auch bunt und ausgefallen sein. Sofern ihr dies möchtet.

3. Das Outfit

Es ist ein Klischee zu glauben, dass nur Frauen kritisch bei der Wahl ihrer Kleidung sind. Auch auf Männer trifft dies zu. Besonders am Tag der Hochzeit. Doch unabhängig vom Geschlecht: Macht euch rechtzeitig Gedanken um euer Outfit. Wollt ihr im Partnerlook gehen? Darf es etwas massgeschneidertes sein? Wie wäre es zum Beispiel mit einer Motto-Hochzeit, wo auch eure Gäste sich dementsprechend kleiden? Wenn ihr mit einem Hochzeitsplaner zusammenarbeitet, gebt ihm rechtzeitig über euer Vorhaben und das Outfit Bescheid. So können Dekoration und Co. aufeinander abgestimmt werden.

4. Das Budget

Kaum ein anderes Event ist so kostspielig wie eine Hochzeit. Zugegeben, es ist euer besonderer Tag. Trotzdem ergibt es Sinn, sich Gedanken über das Budget zu machen. Wie viel darf beispielsweise für die Feier ausgegeben werden? Wie teuer dürfen die Klamotten sein? Ihr müsst es nicht penibel auf den Franken festlegen, aber zumindest eine grobe Summe als Grenze ist sinnvoll. Wenn eure Familie oder Freunde euch finanziell unter die Arme greifen möchten, sagt nicht sofort Nein aus falschem Stolz. Oft ist ein kleiner Beitrag als Hochzeitsgeschenk besser als die Kaffeemaschine, die man vielleicht sowieso schon in der Küche verwendet.

5. Die Zeremonie

Es ist eure Hochzeit und somit eure Regeln. Ihr könnt der Trauung euren ganz persönlichen Stempel aufdrücken. Wie ihr feiert, mit Ausnahme der Ziviltrauung, bleibt komplett euch überlassen. Ihr entscheidet, ob der Partner vorne am Altar wartet oder ob ihr beide gemeinsam nebeneinander darauf zuschreitet. Wollt ihr einen Blumenstrauss werfen? Und gemeinsam die Hochzeitstorte anschneiden? Viele Traditionen sind bewährt und es wird mit Sicherheit auch viele ältere Menschen freuen, wenn diese kleinen Gegebenheiten nicht in Vergessenheit geraten. Auch hier empfehle ich euch, alles mit dem Hochzeitsplaner zu besprechen, sofern ihr auf einen zurückgreift. Auf alle Fälle gilt: Bleibt authentisch und verbiegt euch nicht.

6. Ehegelübde

Dann wäre da noch euer Ehegelübde. Es liegt Romantik in der Luft, wenn sich zwei zugetane Menschen für immer ihre Liebe und Zuneigung schwören. Und dies an einem der wichtigsten Tage ihrer Partnerschaft, vor ihren Familien und Freunden. Auch dieser Part unterscheidet sich nicht von Hetero-Hochzeiten.

Ihr dürft so kreativ und poetisch sein, wie ihr das wollt. Ihr seid ideenlos? Das ist kein Problem. Im Internet findet ihr zahlreiche Inspirationen und Denkanstösse. Schreibt auf, was ihr an eurem Partner liebt und warum ihr gerade an diesem Menschen euer Herz verschenkt habt. Das Gelübde muss sich nicht reimen oder seitenlang sein. Es soll aber authentisch sein und aus eurem tiefsten Inneren kommen.

7. Das Fest

Eine Hochzeit ist bekanntlich der “schönste Tag im Leben” und muss dementsprechend gefeiert werden. Die Wahl der Location ist u. a. abhängig davon, in welchem Stil ihr heiraten wollt. Bevorzugt ihr historische Orte? Dann wäre zum Beispiel der Tuor Ardez in der Nähe von Graubünden der passende Ort für euch. Oder wollt ihr direkt auf dem See heiraten? Am Bodensee gibt es einige Anbieter, welche euch das ermöglichen. Die freie Trauung durch den Kapitän inklusive.

Seid wählerisch bei der Auswahl der Gäste. Ihr müsst nicht den freundlichen Zeitungsverkäufer oder Arbeitskollegen einladen, wenn ihr das nicht wollt. Distanziert euch auch von Freunden bzw. Familienmitgliedern, die engstirnig oder mürrisch sind. Diese können euch das Fest vermiesen und das wollt ihr mit Sicherheit nicht. Spielt allen Beteiligten gegenüber mit offenen Karten und sagt ihnen rechtzeitig, sofern sie es noch nicht wissen, dass es sich um eine LGBTIQ-Hochzeit handelt. 

8. Flitterwochen

Auch das Thema “Flitterwochen” will gut geplant sein. Selbst im 21. Jahrhundert ist die kulturelle Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Paare noch nicht in jedem Land angekommen. Erspart euch Kummer sowie Ärger und plant bereits im Vorfeld, wo es nach der Trauung hingehen soll. In den meisten europäischen Staaten und auch in den USA ist die Toleranz wesentlich höher. Wenn ihr unsicher über das Ziel seid, so lasst euch durch Foren und soziale Plattformen inspirieren. Dort könnt ihr oft auch persönliche Erfahrungen anderer Menschen lesen.

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